Satirischer Jahresrückblick im Café Valentin (12.01.08)
Es war wie im vergangenen Jahr, als die uralte Tradition im Café Valentin begründet wurde: Irgendwann versagte auch das größte Improvisationstalent und es passte kein Stuhl mehr in den Zuschauerraum. Wieder mussten Zuschauer auf‘s nächste Jahr vertröstet werden, weil kein Platz mehr da war.
Michael Bootz, Markus Lieske, Elke Querbeet und Gerald Wolf ließen erneut das vergangene Jahr kabarettistisch Revue passieren. Dabei brachten alle vier das Kunststück fertig, sich rund eine Stunde lang Worte wie »Eisbär« oder »Knut« zu verkneifen. Schließlich erwiesen Elke Querbeet und Gerald Wolf dem unbestrittenen Medienstar von 2007 doch noch ihre satirische Referenz – und zwar kurz, knackig und witzig. Um mit Gerald Wolf zu sprechen: »Und das war auch Knut so.« Es gab ja schließlich auch noch andere wichtige Persönlichkeiten, über die es zu lästern lohnte. Jan Ullrich, Eva Hermann, Bischof Mixa, Günter Öttinger und viele andere peinliche Gestalten geisterten immer wieder durch das Programm, hatten sie doch im vergangenen Jahr für reichliches Satiriker-Futter gesorgt. Klar, dass auch der G8- Gipfel ins Visier genommen wurde, ebenso wie das Rauchverbot und die Umweltzone. Schleichwerbung bei Sportveranstaltungen boten Michael Bootz und Markus Liske genügend Stoff für einen schönen Sketch und der Dialog zwischen einem Fallberater (Bootz) beim Arbeitsamt mit seinem Kunden (Wolf) wurde zu einem Highlight des Abends. Von Elke Querbeet lernte das Publikum, dass sie gern ein Camenbert wäre und schließlich brachte sie das Publikum fast um den Verstand mit einem Traum von Familienministerin Ursula von der Leyen, vorgetragen im Stile von Goethes Zauberlehrling. Damit auch der letze im Publikum begriff, welch‘ hartes Brot Satiriker verzehren, stellte Markus Liske einen Dialog mit seinem inneren Schweinehund dar - der dann sowohl den Dichter als auch den Schweinehund irgendwie ein wenig deprimiert zurück ließen. Am Ende des Abends hatte indes keiner der vier Künstler noch einer der zahlreichen Gäste Grund gehabt, deprimiert zu sein. Im Gegenteil. Alle hatten einen überaus vergnüglichen und gelungenen Kleinkunstabend erlebt.
psk